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Streitkräfte & Rüstung 15. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Hangelar, die NSG und die deutsche Waffe, die Indien nie aus der Hand gelegt hat

Notizen von einem Gästeschießen bei der GSG 9 – und warum die deutsch-indischen Verteidigungsbeziehungen noch immer von Menschen leben.

Sanjay Iyer DeutschlandIndien Read in English

Dieser Artikel wurde maschinell aus dem Englischen übersetzt und von einem Menschen geprüft.

die Gruppe in black on a dark olive background above the silhouette of a submachine gun

Am 25. September war ich als Gast beim Gästeschießen 2026 einen Tag lang im Hauptquartier der GSG 9 der Bundespolizei in Sankt Augustin-Hangelar bei Bonn. Seit dem Ende meiner Zeit als Verteidigungsattaché für Deutschland, Österreich und die Schweiz war ich nicht mehr in dieser Welt gewesen, und ich wusste nicht recht, wie es sich anfühlen würde. Ein wenig wie die Rückkehr an eine Schule, die man vor Jahren verlassen hat, nehme ich an.

Es fühlte sich gut an. Und es war mir eine Freude, Dr.-Ing. Jens Bodo Koch, den Vorstandsvorsitzenden von Heckler & Koch, zum ersten Mal seit dem Ende meiner Verwendung wiederzusehen.

Der Tag hat mich über zwei Dinge nachdenken lassen, die zusammengehören und selten zusammen besprochen werden: woher Indiens National Security Guard stammt und was sie in den Händen hält.

Eine Einheit, geboren aus einem schlimmen Monat

Die GSG 9 wurde im September 1972 aufgestellt, wenige Wochen nach dem Olympia-Attentat von München. Im Oktober 1977 stürmte sie in Mogadischu die entführte Lufthansa-Maschine und brachte die Geiseln heraus. Dieser Einsatz ist bis heute fast überall der Maßstab für Kräfte, die entführte Flugzeuge befreien.

Die NSG wurde am 16. Oktober 1984 aufgestellt, im Schatten der Operation Blue Star und der Ermordung Indira Gandhis, und offene Quellen stimmen darin überein, dass sie nach dem Vorbild des britischen SAS und der GSG 9 geformt wurde. Ich habe gehört, und in einem unbedachten Moment wohl auch selbst gesagt, die GSG 9 habe die NSG „aufgebaut“. Damit wäre ich vorsichtig. Die öffentlich zugänglichen Quellen belegen das Vorbild. Ein dokumentiertes deutsches Ausbildungsteam in Indien in den 1980er-Jahren konnte ich nicht finden, und ich werde keines erfinden.

Der direkte Kontakt kam später. Nach den Anschlägen von Mumbai 2008 besuchte im November 2009 ein NSG-Team unter Leitung ihres Generaldirektors die GSG 9 bei Bonn; im Mittelpunkt stand die Terrorabwehr im städtischen Raum. Es folgten gemeinsame Übungen in Manesar.

Was die Black Cats tragen

Wer sich die veröffentlichte Ausrüstungsliste der NSG ansieht, kann den deutschen Faden kaum übersehen: die H&K MP5, die Scharfschützengewehre PSG-1 und MSG-90. Auch andere Hersteller tauchen auf, ein reiner H&K-Betrieb ist es also nicht. Aber die MP5 ist seit Jahrzehnten die Arbeitswaffe indischer Spezialeinheiten.

Das ist wichtiger, als es klingt. Eine Eliteeinheit baut ihren Drill um eine Waffe herum auf, und die tauscht man nicht einfach so aus. Und eine Waffe ist nur so gut wie die Ersatzteile, die hinter ihr stehen.

Die Jahre, in denen es still wurde

Deutschland beschränkte über viele Jahre aus menschenrechtlichen Gründen den Verkauf von Kleinwaffen an Länder außerhalb von EU, NATO und einer kurzen Liste gleichgestellter Staaten, und Indien war davon ebenso betroffen wie alle anderen. Im November 2016 kündigte Heckler & Koch an, keine neuen Verträge mehr außerhalb der NATO und ihrer Partner abzuschließen.

Der deutschen Seite gestehe ich das gern zu. Eine Regierung, die ihrem Parlament Rechenschaft darüber ablegt, wo ihre Waffen landen, handelt nicht unvernünftig. Aber die Politik behandelte eine Antiterroreinheit der indischen Zentralregierung, die gegen Geiselnehmer kämpft und nicht gegen Demonstranten, wie irgendein Polizeibataillon eines Bundesstaats. Den Menschenrechten nützte das wenig, chinesischen, russischen und israelischen Wettbewerbern dagegen ziemlich viel, denn für sie galten keine solchen Grenzen. Das Ergebnis war ein treuer Nutzerkreis, der nur schwer an Ersatzteile kam.

Fairerweise muss man sagen, dass auch die Beschaffung in Indien ihre eigenen Gewohnheiten hat. Aber das konkrete Problem einer deutschen Waffe in indischen Händen, die sich nicht versorgen ließ, entstand in Berlin.

Was sich geändert hat

Langsam, so wie sich deutsche Entscheidungen meistens ändern. Im April 2024 erteilte Deutschland eine Genehmigung, die es der NSG erlaubt, Ersatzteile und Zubehör für ihre MP5 zu kaufen; ein Beamter sprach von einer großen Ausnahme. Im September 2025 bat Dr. Jaishankar nach Berichten indischer Medien Außenminister Wadephul, die Genehmigungen für MP5-Ersatzteile zu beschleunigen, und Bundeskanzler Merz soll offen dafür gewesen sein, die Exportregeln zu überprüfen. Letzteres ist berichtet, nicht etwas, das ich selbst bestätigt habe.

Ist das eine Wiederbelebung? Zum Teil. Eine Genehmigung für Ersatzteile ist noch keine neue Verteidigungspartnerschaft. Sie öffnet eine Tür, die lange verschlossen war. Ob jemand hindurchgeht, hängt von den nächsten Entscheidungen ab.

Warum ein Schießtag zählt

Ein Gästeschießen bringt keine Beschaffungspolitik hervor, und es wäre mir peinlich, das zu behaupten. Aber die Leute, die die Empfehlungen schreiben und die Minister unterrichten, werden davon geprägt, wen sie kennen und wem sie vertrauen. Das habe ich in vier Jahren als Attaché gesehen, und ich habe es in Hangelar wieder gesehen. Beziehungen, die in einer langen Eiszeit einschlafen, springen nicht wieder an, weil ein Strategiepapier es so vorsieht. Jemand muss hingehen, Hände schütteln, sich einen Namen merken.

Ich bin mit dem klaren Eindruck zurückgekommen, dass das Interesse von Heckler & Koch an Indien echt ist und lange zurückreicht. Jahrzehnte mit einer MP5 in den Händen einer Truppe wie der NSG schaffen viel Wohlwollen. Es wäre schade, es zu verspielen, indem man sich nie meldet.

Die NSG beging am 16. Oktober ihren Aufstellungstag. Die Waffen ihrer Einsatzkräfte wurden in Deutschland hergestellt, und in der Doktrin dahinter steckt eine Menge Sankt Augustin. Daran sollte man sich erinnern, und das sollte man pflegen.

Dies ist eine gekürzte Fassung des Beitrags. Die vollständige Argumentation mit allen Quellen steht (auf Englisch) auf iyersellmer.com.

Die englische Fassung erschien auch auf
Sanjay Iyer
Sanjay Iyer

Brigadegeneral a.D., Indische Armee. Verteidigungsattaché für Deutschland, Österreich und die Schweiz von 2019 bis 2023.

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